Was sind Cheater?
Cheaten gehört im eSport schon lange zum Alltag, besonders häufig trifft man jedoch in den Amateurligen auf Spieler, welche versuchen sich mit unfairen Mitteln den Sieg zu erkämpfen.
Es überrascht mich schon, wieso in der öffentlichen Debatte im eSport so selten nach den Gründen des cheatens gesucht wird, viel eher versuchen Ligenbetreiber und Spieler dem Problem aus dem Weg zugehen, wegzuschauen, oder sich einfach damit abzufinden.
Tatsächlich verdienen/gewinnen Cheater in der Regel weniger Geld im eSport als sie für ihre Privathacks ausgeben müssen. Ein Verlustgeschäft also, oder wieso besteht der dauerhafte Drang mit unfairen Mitteln den Gegner in die Knie zu zwingen ?
Für mich kommen da folgende Dinge in Frage:
• Der Cheater hat das Bedürfnis nach Anerkennung, welche er natürlich mit seinen 40 gewonnen und 0 verloren spielen von der Community bekommt.
• Der Cheater braucht Aufmerksamkeit. Bekommt diese Person in seinem Realen Leben keine oder nur sehr wenig Aufmerksamkeit, da er bspw. nur sehr wenige Freunde hat und seine Eltern viel arbeiten müssen, so holt er sich die Aufmerksamkeit im Internet. Ob gute Aufmerksamkeit, durch Anerkennung und Lob, oder schlechte durch Flames und Beleidigungen sei dahingestellt.
• Der Cheater will Regeln brechen. Wer hat nicht schon einmal Regeln gebrochen um ein Ziel zu erreichen? Ich denke so ziemlich jeder Mensch hat schonmal die ein oder andere Regel gebrochen, denn wozu sind Regeln eigentlich da? Natürlich, um gebrochen zu werden! Das würden wohl die meisten Menschen auf diese Frage beantworten, dass Regeln das Leben in einer Gesellschaft vereinfachen und verbessern sollen, daraufwürden wohl nur die wenigsten kommen.
• Ein für mich sehr offensichtlicher Grund ist folgender: Der Cheater will Macht über seinen Gegner haben und will über das Spiel kontrollieren. Mit seinem ESP, Wallhack und Aimer kann der Cheater frei entscheiden, wie er seinen Gegner zur strecke Bringt, außerdem kann er den Gegner gekonnt ausmoven, wenn nicht sogar vorführen.
Was hilft gegen Cheater ?
Ligenbetreiber, wie die ESL und die 4players Liga setzten auf moderne Anticheatprogramme um den Cheatern den garaus zu machen. Erst am vergangenen Montag veröffentlichte die ESL das neue Anticheatprogramm "ESL Wire Anti-Cheat" und startet damit einen neuen Angriff auf die Schreiber der Private-Hacks, welche wohl in diesem Moment schon wieder einen Gegenangriff planen. Man muss sich erstmal fragen, ob solche Anticheatprogramme Cheater auf Dauer den garaus machen können, oder ob es nur kurzfristige Lösungen sind.
"Noch nie hat es eine Anti-Cheat-Software gegeben, die so tief in die Spielkommunikation eingreift, um einen möglichst fairen Wettbewerb zu ermöglichen"
Marco 'no_name' Ganz, Projektleiter der 4PL
"Mit ESL Wire Anti-Cheat veröffentlichen wir die übernächste Generation der Anti-Cheat-Technologie. Auf der Treiber-Ebene agierend erkennt ESL Wire Anti-Cheat bereits zum jetzigen Zeitpunkt über 1.000 Ring0- und Ring3-Cheats. Aber auch ohne die spezifischen Detection-Routinen ist unser neues Anti-Cheat-Tool in der Lage potentiell verdächtige Software zu erkennen und diese zu melden. "
Jan 'pennY ' Wirth, Community Manager der ESL
Alleine am aktuellen Anticheatprogramm der ESL wurde
9 Monate lang getüftelt und gearbeitet, außerdem gab die ESL laut David 'affentod' Hiltscher einen
mittleren sechsstelligen Betrag für die Entwicklung aus.
Wie lange wird es dauern bis sich Organner & Co neue Wege zum umgehen der Programme ausgedacht haben. 2, oder doch 3 Wochen ?
Nehmen wir als Beispiel mal den Radsport. In diesem Sport wird betrogen was das Zeug hält. Nicht in Form von ESP, Wallhacks oder Aimbots, sondern in Form von Doping. Bei der Tour de France werden jedes Jahr ca. 30-50 Radsportler positiv auf Doping getestet. Das schadet dem Ruf der Tour unheimlich. Sponsoren springen ab, weniger Einschaltquoten und weniger Preisgelder sind die Folgen. Es läuft doch darauf hinaus, dass die Tour in den kommenden Jahren eingestellt werden muss.
Wenn man dieses krasse Beispiel auf die Ligenbetreiber überträgt, wird besonders der professionelle eSport letzten endes auch untergehen, denn eines steht fest: Ohne die Beiträge der Community und der Gelder der Sponsoren kann es keinen profesionnelen eSport geben.
Lohnt sich also dieser ewige Kampf für die Ligenbetreiber überhaupt noch, oder ist er schon verloren?
Eines steht fest, der Kampf gegen Cheater ist noch lange nicht vorbei und die Ligen, sowie die Communiy und die Spieler werden noch schwer darunter leiden müssen.